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Bundesverdienstkreuz am Bande für Museumsstifter Heiner Friedrich

Heiner Friedrich Foto Stadt Traunstein 2018 lresTraunreut - Heiner Friedrich habe „Traunreut auf die Weltkarte der modernen Kunst gesetzt“ und „als Kunstfreund und Museumsstifter einen bedeutenden Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit geleistet“, so der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder über das Bundesverdienstkreuz am Bande für den Museumsstifter Friedrich. Söder selbst wollte es nicht bei einer rein bayerischen Ehrung belassen und hatte Friedrich angesichts seiner mittlerweile schon legendären Verdienste um die zeitgenössische Kunst gleich dem Bundespräsidenten zur Auszeichnung vorgeschlagen. Bereits als junger Galerist überraschte Heiner Friedrich in den 60er Jahren das Münchner Publikum mit damals noch vergleichsweise unbekannten Künstlern wie Gerhart Richter, Andy Warhol, Georg Baselitz und Cy Twombly, die heute zur Weltspitze zählen. Die Geschichte seiner Galerien in München, Köln und New York, vom Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels aufgrund der Bedeutung der Galerie Friedrich als „einer der führenden Avantgardegalerien der westlichen Welt“ 2013 im Doppelband herausgegeben, liest sich wie ein „Who is Who“ der Moderne und ist restlos vergriffen. Dabei umfasst die Galeristentätigkeit nur eine kurze Spanne. Noch intensiver, wirksamer und weit seiner Zeit voraus waren Friedrichs dauerhafte Setzungen zeitgenössischer Kunst vermittels der von ihm in den USA mitbegründeten Dia Art Foundation. Sie unterhält Museen, Stiftungen und Dauerleihgaben weltweit und ermöglichte monumentale Land Art-Projekte wie Walter De Marias „Lightning Field“ in der Wüste New Mexicos und Joseph Beuys‘ „7000 Eichen“ in Kassel.

„Für Bayern bedeutet die 2010 vollzogene Stiftung DASMAXIMUM KunstGegenwart Traunreut und die 2011 erfolgte Museumseröffnung einen Glücksfall“, so der ehemalige Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung Prof. Dr. Klaus Schrenk in seiner Begründung für das Verdienstkreuz. „Denn mit diesem Museum von höchstem internationalem Rang setzt Heiner Friedrich ein weiteres Mal Maßstäbe. Er schafft in Traunreut, dieser jungen, um kulturelle Identität ringenden Industriestadt, einen strahlenden Ort für die Kunst.“ Und realisiert auch dort sein wichtigstes Konzept: Künstlerräume zu schaffen, die ohne Event und Vermittlung durch die Kunst selbst in Ruhe und Präsenz erfahren werden können.DASMAXIMUM in Traunreut mit 4.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche für neun Künstler und dem weitläufigen Außengelände, das einst dem Vater und Alzmetallgründer Harald Friedrich als Produktionsstätte diente, strahlt in die Umgebung aus. Neben dem internationalen Publikumgehören zunehmend auch Traunreuter Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Seniorenheime, Lebenshilfe und andere soziale Einrichtungen zu den regelmäßigen Gästen im Museum. Zusammen mit ihnen und einem mittlerweile auf 80 Mitglieder angewachsenen jungen Freundes- und Förderkreis, der für die Vermittlungsprojekte verantwortlich zeichnet, wird unter anderem die Idee weitergeführt, die Joseph Beuys in Kassel angelegt hat: Bei der „Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys“ feiern die Stadt und ihre Bürger gemeinsame Baumpflanzungen mit Basaltstele als Zeichen für eine gemeinsam gestaltete Zukunft im ganzen Stadtraum.

Diese „Soziale Plastik“ verbindet Traunreut aktuell erneut mit langjährigen Partnern Friedrichs wie zum Beispiel dem Darmstädter Landesmuseum und ergänzt die Ausstellungskooperationen, die in Burghausen, München, Traunstein oder Innsbruck das Museumsprogramm bereichern. Die 100 Warhol-Klassiker, die jeweils für sechs Monate in Rosenheim und Apolda zu sehen waren, schafften es bis in die Tagesschau, sind derzeit in New York zu sehen und illustrieren immer noch anschaulich das transatlantisch verbindende Wirken Heiner Friedrichs. Insbesondere in Zeiten wie heute, in denen die positive Wirkung von Kunst auf die Gesundheit ein Fakt ist, sind die Vernetzung und die Verfügung großer, einladender – und international bedeutsamer - Kunsträume an die Öffentlichkeit ein unersetzlich wertvoller Beitrag an die Gesellschaft. Denn, so Alois Glück 2018 in seiner Laudatio auf Heiner Friedrich anlässlich der Verleihung des Traunreuter Kulturpreises: „Zu den großen Problementwicklungen unserer Zeit zählt die Dominanz des testfähigen und verwertbaren Wissens in unseren Schul - und Bildungs-systemen. Das ist eine dramatische und gefährliche Verarmung – auch das Gegenteil vom Auftrag Persönlichkeitsbildung im Sinne der Bayerischen Verfassung. (…) Wenn unsere Maßstäbe, unsere Prioritäten und das Zusammenleben nur auf das aktuell Nützliche, das Verwertbare, reduziert werden, gestalten wir eine unmenschliche Welt – und wir verstehen immer weniger die Ursache der wachsenden Konflikte in unserer gegenwärtigen Welt. Gerade in dieser Zeit braucht es Menschen, die zwischen verschiedenen Welten, zwischen verschiedenen Kulturen und Traditionen, zwischen Tradition und aktuellen Entwicklungen in Kunst und Kulturen Brücken bauen. Heiner Friedrich ist ein solcher Brückenbauer.“

Museum für Gegenwartskunst mit Werken von Georg Baselitz, John Chamberlain, Walter De Maria, Dan Flavin, Imi Knoebel, Uwe Lausen, Blinky Palermo, Andy Warhol und Maria Zerres Fridtjof-Nansen-Str. 16 |
83301 Traunreut
Tel. 08669/1203 713 |
mail@dasmaximum.com
www.dasmaximum.com
April-Sept. SA,SO 12-18 Uhr |
Okt.-März SA,SO 11-16 Uhr
Gruppen nach VB | Barrierefrei.

Foto: Stadt Traunstein - Museumsstifter Heiner Friedrich

 

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