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Chiemgau feiert 2019 Salzjubiläum

arbeiter in der saline traunstein ii um 1912Ein Premiumwanderweg namens "SalzAlpenSteig", Spaziergänge mit dem "Salzmaier", ein Salzmuseum, eine Reichenbach'sche Wassersäulenmaschine, ein Salinenpark und Salinen-Rundwege erinnern im Chiemgau an eine Zeit, als Salz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war. So wichtig, dass das kleine Traunstein für einige Jahrzehnte zu den vier bedeutendsten Städten Bayerns gehörte. 

Vor 400 Jahren hatten Fuhrleute Angst um ihre Jobs
Funde deuten darauf hin, dass in Bad Reichenhall schon in der Bronzezeit Salz gewonnen wurde; erstmals schriftlich erwähnt wurden die Sudpfannen im 7. Jahrhundert. Als 1000 Jahre später der Abbau 370.000 Zentner Salz pro Jahr betrug, wurde rund um Bad Reichenhall das Holz zum Befeuern der Siedeöfen knapp. Das Brennholz musste aus immer größeren Entfernungen herangeschafft werden. So entstand die Idee, die flüssige Sole über eine Leitung nach Traunstein zu bringen, um sie dort zu versieden, wo es noch Holzvorräte gab. Der Aufstand in der Region war groß, denn die Salzfuhrleute fürchteten um ihre Arbeit. Sie konnten auch nicht glauben, dass es gelingen kann, die Sole in Leitungen über die Vorgebirgslandschaft zu transportieren. "Alles Wasser auf der ganzen Welt läuft abwärts, aber nie den Berg hinauf. Dann wird es auch die Sole nicht tun" - so ist der wütende Ausspruch eines Holzfuhrmanns überliefert. Die Soleleitung wurde trotz des Widerstands seiner Zunft gebaut - aus 9000 Holzstämmen, die mit einfachen Werkzeugen von Hand durchbohrt werden mussten. Von 1619 bis 1912 floss die Sole von Bad Reichenhall zur Saline nach Traunstein - dank sieben Pumpstationen, wo anfangs die Reiffenstuel-Solehebemaschine und ab dem Jahr 1810 dann die Reichenbach'sche Wassersäulenmaschine die Sole nach oben pumpte. So konnten die Höhenunterschiede - insgesamt 250 Meter - bezwungen werden. Die Pumpen sind nach ihren Konstrukteuren benannt: Hanns Reiffenstuel (1548-1620) war ab 1597 Hofbaumeister von Herzog Maximilian I. von Bayern und leitete den Bau der Soleleitung von 1617 bis 1619. Georg Friedrich von Reichenbach (1771-1826) war ein bayerischer Erfinder und Ingenieur. Die Stadt Traunstein legt derzeit anlässlich des Jubiläums einen Salinenpark  entlang der barocken Salinenhäuser an, der im Juli 2019 eröffnet werden soll. Hauptattraktionen werden der sechs Meter hohe Nachbau einer Reiffenstuelpumpe sowie eine originale, funktionsfähige Reichenbachpumpe aus dem 19. Jahrhundert sein. Zum Jubiläumsprogramm im August 2019 gehört auch ein historischer "Samerzug". Er startet am 9. August in Ruhpolding und führt über die Stationen Inzell, Hammer und Siegsdorf nach Traunstein, wo die historisch gekleideten Fuhrleute mit ihren Rössern am 10. August ankommen. An allen Stationen sind Festabende und Rahmenprogramme geplant. Die Soleleitungen gelten als die "ältesten Pipelines der Welt". Im österreichischen Hallstadt entstanden ab dem Jahr 1604 Soleleitungen, die jedoch weitgehend das natürliche Gefälle nutzten und ohne Pumpen auskamen.

Personen:

Otto Huber vom Förderverein Alt-Traunstein kann in seiner Familie die Brunnwärter, die an den sieben Pumpstationen entlang der Soleleitung gebraucht wurden, bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Nachdem die Soleleitung eingestellt wurde, musste er die Familientraditon durchbrechen und Schriftsetzer werden.

Sepp Knott führt regelmäßig als historischer "Salzmaier" auf den Spuren der Salzgeschichte durch Traunstein. Abschluss der Führungen ist ein "Traunsteiner Salzkrustenbraten".

Stefan Kattari ist Leiter des Museums "Salz + Moor" in Grassau und genauer Kenner der Reichenbach'schen  Wassersäulenmaschine. Grassau liegt auf dem Weg zur dritten Saline in Rosenheim, die etwa 1810 in Betrieb ging.

Jubiläum auch bei den Holzknechten
Aufgrund des hohen Holzbedarfs für den Bau der Leitungen und zum Versieden der Sole gibt es einen engen historischen Bezug zur Holzwirtschaft im Chiemgau. Schon im Jahr 1619 gründeten die Holzknechte mit dem Ruhpoldinger Vinzenzi-Verein die frühe Form einer Gewerkschaft. Am 18. Mai 2019 feiert der Verein sein 400-jähriges Bestehen mit einem großen Fest am Holzknechtmuseum in Ruhpolding.

Der Chiemgau feiert 2019 das "Salzjubiläum"

Salinenspaziergänge, Radtouren, Premium-Wandern und viel mehr

 

(Fotos siehe unten)

Ein Premiumwanderweg namens "SalzAlpenSteig", Spaziergänge mit dem "Salzmaier", ein Salzmuseum, eine Reichenbach'sche Wassersäulenmaschine, ein Salinenpark und Salinen-Rundwege erinnern im Chiemgau an eine Zeit, als Salz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war. So wichtig, dass das kleine Traunstein für einige Jahrzehnte zu den vier bedeutendsten Städten Bayerns gehörte.

Vor 400 Jahren hatten Fuhrleute Angst um ihre Jobs

Funde deuten darauf hin, dass in Bad Reichenhall schon in der Bronzezeit Salz gewonnen wurde; erstmals schriftlich erwähnt wurden die Sudpfannen im 7. Jahrhundert. Als 1000 Jahre später der Abbau 370.000 Zentner Salz pro Jahr betrug, wurde rund um Bad Reichenhall das Holz zum Befeuern der Siedeöfen knapp. Das Brennholz musste aus immer größeren Entfernungen herangeschafft werden. So entstand die Idee, die flüssige Sole über eine Leitung nach Traunstein zu bringen, um sie dort zu versieden, wo es noch Holzvorräte gab. Der Aufstand in der Region war groß, denn die Salzfuhrleute fürchteten um ihre Arbeit. Sie konnten auch nicht glauben, dass es gelingen kann, die Sole in Leitungen über die Vorgebirgslandschaft zu transportieren. "Alles Wasser auf der ganzen Welt läuft abwärts, aber nie den Berg hinauf. Dann wird es auch die Sole nicht tun" - so ist der wütende Ausspruch eines Holzfuhrmanns überliefert. Die Soleleitung wurde trotz des Widerstands seiner Zunft gebaut - aus 9000 Holzstämmen, die mit einfachen Werkzeugen von Hand durchbohrt werden mussten. Von 1619 bis 1912 floss die Sole von Bad Reichenhall zur Saline nach Traunstein - dank sieben Pumpstationen, wo anfangs die Reiffenstuel-Solehebemaschine und ab dem Jahr 1810 dann die Reichenbach'sche Wassersäulenmaschine die Sole nach oben pumpte. So konnten die Höhenunterschiede - insgesamt 250 Meter - bezwungen werden. Die Pumpen sind nach ihren Konstrukteuren benannt: Hanns Reiffenstuel (1548-1620) war ab 1597 Hofbaumeister von Herzog Maximilian I. von Bayern und leitete den Bau der Soleleitung von 1617 bis 1619. Georg Friedrich von Reichenbach (1771-1826) war ein bayerischer Erfinder und Ingenieur.

Die Stadt Traunstein legt derzeit anlässlich des Jubiläums einen Salinenpark  entlang der barocken Salinenhäuser an, der im Juli 2019 eröffnet werden soll. Hauptattraktionen werden der sechs Meter hohe Nachbau einer Reiffenstuelpumpe sowie eine originale, funktionsfähige Reichenbachpumpe aus dem 19. Jahrhundert sein. Zum Jubiläumsprogramm im August 2019 gehört auch ein historischer "Samerzug". Er startet am 9. August in Ruhpolding und führt über die Stationen Inzell, Hammer und Siegsdorf nach Traunstein, wo die historisch gekleideten Fuhrleute mit ihren Rössern am 10. August ankommen. An allen Stationen sind Festabende und Rahmenprogramme geplant.

Die Soleleitungen gelten als die "ältesten Pipelines der Welt". Im österreichischen Hallstadt entstanden ab dem Jahr 1604 Soleleitungen, die jedoch weitgehend das natürliche Gefälle nutzten und ohne Pumpen auskamen.

Personen:

  • Otto Huber vom Förderverein Alt-Traunstein kann in seiner Familie die Brunnwärter, die an den sieben Pumpstationen entlang der Soleleitung gebraucht wurden, bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Nachdem die Soleleitung eingestellt wurde, musste er die Familientraditon durchbrechen und Schriftsetzer werden.
  • Sepp Knott führt regelmäßig als historischer "Salzmaier" auf den Spuren der Salzgeschichte durch Traunstein. Abschluss der Führungen ist ein "Traunsteiner Salzkrustenbraten".
  • Stefan Kattari ist Leiter des Museums "Salz + Moor" in Grassau und genauer Kenner der Reichenbach'schen  Wassersäulenmaschine. Grassau liegt auf dem Weg zur dritten Saline in Rosenheim, die etwa 1810 in Betrieb ging.

Jubiläum auch bei den Holzknechten
Aufgrund des hohen Holzbedarfs für den Bau der Leitungen und zum Versieden der Sole gibt es einen engen historischen Bezug zur Holzwirtschaft im Chiemgau. Schon im Jahr 1619 gründeten die Holzknechte mit dem Ruhpoldinger Vinzenzi-Verein die frühe Form einer Gewerkschaft. Am 18. Mai 2019 feiert der Verein sein 400-jähriges Bestehen mit einem großen Fest am Holzknechtmuseum in Ruhpolding.


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 Salzmaier vor Traunsteiner Salinenkapelle

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Diese Bilder und mehr zum Download:
https://www.chiemsee-chiemgau.info/der-chiemgau-feiert-2019-das-salzjubilaeum

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