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Visuelle Anreize – Pornographie als Stimulus - Interview mit der Ärztin und Sexualtherapeutin Dr. Jutta Kossat

Aster beschn.KLAlpenwelt.TV führte für Köln-Insight.TV spannende Gespäche mit Dr. Jutta Kossat, Sexualtherapeutin in Prien. Zu hören im dortigen Radio und zum Nachlesen hier.

Köln-Insight.TV: In unseren bisherigen Gesprächen haben wir immer ein Thema ausgeklammert: die Pornographie. In einem Interview kam kurz die Jugendsexualität im Zeitalter des Internets zur Sprache – heute wollen wir uns der Pornographie im Wandel der Zeit widmen. Und natürlich die Unterschiede zwischen Frauen und Männer betrachten. Was bedeutet Pornographie für Männer, was für Frauen? Welche Problematiken bestehen? Aber auch Zahlen und Fakten. Um uns auf das Thema einzustimmen, haben Frau Dr. Kossat und ich einen Außentermin wahrgenommen – und eine Videothek besucht und uns mit einer sehr netten jungen Angestellten über die Nutzung dieser Filme unterhalten.
Fangen wir doch mal mit was ganz Banalem an. Warum schauen sich Männer – heute wie damals – so gerne Bilder von nackten Frauen an? Wieso haben viele Männer so oft Pin-up-Girls an ihren Wänden hängen – hingegen wir Frauen nicht die Traumbodys von irgendwelchen Typen?
Dr. Jutta Kossat: Männer sind durch Brust und Genitalien der Frauen, auch isoliert betrachtet, relativ schnell erregbar. Ein Blick auf einen leicht bekleideten oder unbekleideten Busen und schon können Männer eine Erektion verspüren. Im Gegenzug verspüren Frauen keine Erregung durch den Blick nur auf einen Penis. Da braucht es mehr an Beziehung und noch vieles andere. Das ist so und ist wertfrei zu betrachten. Die Betrachtung pornographischer Bilder oder Filme dienen dem Mann zur leichteren Erregung bei der Selbstbefriedigung.
Köln-Insight.TV: Ja gut zur Selbstbefriedigung – wenn aber die aufreizenden Bilder jetzt so an der Wand hängen – wollen Männer immer zu jeder Tageszeit und zu jeder Gelegenheit in erregtem Zustand sein, das kann doch auch stören …
Dr. Jutta Kossat: Es hängen ja nicht überall nackte Damen zur Anregung. Und sicher geraten Männern nicht bei jeder nackten Gestalt in einen erregten Zustand. Aber ich denke, ich bin allerdings kein Mann, es ist ihnen angenehm eine nackte Frau anzusehen, so wie wir Blumen auf den Tisch stellen. Einfach hübsch.
Köln-Insight.TV: Ok – heute ist es via Internet ja sehr leicht, an entsprechendes Material zu kommen. Wie war das davor?
Dr. Jutta Kossat: Gehen wir doch noch etwas weiter zurück. In dem seit 2014 geschlossenen Beate-Uhse-Museum in Berlin konnte man erotisches Material aus aller Welt und aus allen Zeiten betrachten. Es ging von asiatischen Bildrollen über afrikanische Masken bis hin zum japanischen Phallus-Schrein und erotischen Zeichnungen. Früher gab es kleine klappbare Miniaturnacktgemälde. Der älteste erhaltene Erotikfilm stammt aus 1896 und zeigt einen Striptease. Heute gilt der Pornofilm im Internet als Hauptmedium.
Köln-Insight.TV: Das heißt, das Bedürfnis des Mannes nach erotischem Anschauungsmaterial gab es schon immer. Wie war es mit Frauen?
Dr. Jutta Kossat: Auch Frauen schauten und schauen sich schon immer pornographische Darstellungen an.
Selbst Katharina der Großen wird nachgesagt, dass sie in ihrer Sommerresidenz ein erotisches Kabinett eingerichtet hatte, z. B. mit einem Tisch, der auf einem ejakulierenden Penis ruht.
Köln-Insight.TV: Oh wie pikant – Sie sagen, das Hauptmedium ist heute das Internet. Das bestätigte uns auch die Angestellte der Videothek, in der wir recherchierten. Sie bestätigte, dass Filme zum Ausleihen immer weniger verlangt werden. Was für Material erwartet uns im Internet?
Dr. Jutta Kossat: Die meisten Zuhörer werden das wohl wissen. Aber für die Personen, die sich noch nie darüber informiert haben, hier kurz einige Sachinformationen.
Ohne Nachprüfen des Alters oder Identifizierung kann man kostenlos verschiedene Internet-Plattformen anklicken. Die meisten von ihnen zeigen Videoclips mit Nahaufnahmen von vaginalem, oralem und analem Verkehr. Im Grunde laufen die meisten nach dem gleichen Schema ab. Es können aber verschiedene Kategorien gewählt werden, ziemlich jede Kategorie, die man sich vorstellen kann, oder ehrlich gesagt, solche, die man sich manchmal auch lieber nicht vorstellt.
Köln-Insight.TV: Können Sie uns etwas zu den Zahlen der Internet-User sagen?
Dr. Jutta Kossat: Also wie immer gibt es natürlich unterschiedliche Studien und damit verschiedene Zahlen. Aber nach meinen eigenen Schätzungen in der Praxis kann ich sagen, dass sich fast alle Männer hin und wieder pornographische Clips anschauen. Dass ein Mann sagt, nein, das mache ich nie, das interessiert mich nicht, kommt vor, aber selten. Genau umgekehrt ist es bei den Frauen.
Laut Statistiken sind ca. 70 Prozent der Porno-User im Internet männlich und 30 Prozent weiblich. Nach meiner Schätzung sind es noch weniger Frauen. 70 Prozent der Männer zwischen 18 und 24 besuchen monatlich eine Pornoseite, bei den Frauen ist es jede Dritte (laut Blog OnlineMBA.com).
Im Netz beziehen sich 25 Prozent aller Anfragen auf pornographisches Material. Etwa 35 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet ist Pornographie.
Köln-Insight.TV: Weiß man, zu welchen Uhrzeiten die meisten Klicks sind?
Dr. Jutta Kossat: Da gibt es unterschiedliche Aussagen. 70 Prozent der Porno-Daten werden an Werktagen von 9 bis 17 Uhr angeklickt, also zu den gängigen Arbeitszeiten. Ich habe noch gelernt, die meisten Klicks sind mittags um 12 Uhr und abends.
Köln-Insight.TV: Also in der Mittagspause und nach Feierabend – ok, wird dabei masturbiert oder warum schauen sich die Männer das an?
Dr. Jutta Kossat: Ja, die pornographischen Clips dienen zur Erregung bei der Masturbation. Das ist sicher bei beiden Geschlechtern so.
Es kommt sicher auch mal vor, dass sich v. a. Frauen Pornographie aus reiner Neugierde anschauen, es aber eher eklig finden.
Köln-Insight.TV: Wie lange bleiben die Männer durchschnittlich bei diesen Clips?
Dr. Jutta Kossat: Die durchschnittliche Betrachtungszeit ist circa zehn Minuten, in denen rund zehn Seiten angeklickt werden.
Köln-Insight.TV: Woher stammen diese Porno-Clips?
Dr. Jutta Kossat: Nur vier Prozent dieser Porno-Seiten stammen aus Deutschland, 89 Prozent aus den USA.
Köln-Insight.TV: Wie sieht es denn mit den Paaren aus? Wie nutzen die solche pornographischen Filme?
Dr. Jutta Kossat: Auch Paare schauen sich Pornographie an. Paare und Frauen schauen sich aber weniger Videoclips aus dem Internet an, sondern eher Filme mit einer marginalen Handlung.
Tendenziell neigen Frauen dazu, sich eher hochwertigere Filme anzuschauen, also Filme mit besserer filmischer Qualität und edlerem Ambiente. Es gibt extra Filme für Paare und Frauen.
Köln-Insight.TV: Männer und Frauen bevorzugen also unterschiedliche Art von Sexfilmen?
Dr. Jutta Kossat: Ein Videoladenbesitzer hat mir erzählt, Männer kaufen sich vorwiegend die billigen, für paar Tausend Euro produzierten Filme aus dem Osten an; Frauen hingegen kaufen sich eher teurere Filme mit guten Einstellungen.
In meiner Praxis erzählen die meisten Frauen, sie schauen sich gar keine pornographischen Filme an, sondern, wenn sie überhaupt Filme zur erotischen Einstimmung anschauen würden, dann eher Liebesfilme oder vielleicht leicht erotisch eingefärbte Filme.
Köln-Insight.TV: Ok, Rosamunde Pilcher verhilft also Frauen zu sexueller Stimulation? Interessant! Die meisten Frauen sind also doch noch immer hochromantisch. Dazu fällt mir jetzt ein Witz ein, der mir irre gut gefällt und auch ganz gut an diese Stelle passt: Warum schauen sich die Frauen Pornos immer bis zum Schluss an? Weil sie glauben, dass am Ende geheiratet wird.
Gut wir hören also, dass Männer wie Frauen Pornos schauen, wenn auch mit unterschiedlichen Vorlieben – das ist wertfrei. Aber – welche Probleme können durch den Konsum von Pornographie entstehen?
Dr. Jutta Kossat: Wir müssen hier unterscheiden zwischen Nutzer im jugendlichen oder kindlichen und dem erwachsenen Alter.
Ganz klar, in kindlichem Alter haben pornographische Bilder nichts verloren. Ist heute aber leider kaum zu vermeiden, da schon Sechsjährige ungewollt von Freunden oder älteren Geschwistern pornographische Bilder auf ihr Handy geschickt bekommen. Geht gar nicht.
Köln-Insight.TV: Wie verhält es sich bei Jugendlichen?
Dr. Jutta Kossat: Da möchte ich wie in einem früheren Interview auf die BZGA-Studie verweisen, die im Grunde aussagt, dass die Jugendlichen relativ verantwortungsbewusst und kompetent damit umgehen.
Aber klar ist, dass wir nicht wissen, wie es sich auswirkt, wenn eine Generation Sexualität v. a. durch Anschauen und nicht durch Ausprobieren kennenlernt. In den Clips oder Filmen gibt es keinerlei oder praktisch keine Zärtlichkeit. Ob dies als Vorbildfunktion Probleme mit sich bringt, wissen wir noch nicht, dies wird aber manchmal auch als Begründung für die abnehmende Lust herangezogen.
Aus der Praxis sind mir Fälle bekannt, in denen Jugendliche regelrecht schockiert sind von den pornographischen Bildern, die andere ihnen zeigen, und sie hilflos sind, wie sie damit umgehen sollen.
Köln-Insight.TV: Wie sollen Eltern damit umgehen?
Dr. Jutta Kossat: Eltern haben davon meist keine Ahnung. Wichtig ist, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, mit ihnen in Kontakt sei und bleiben. Meist sind die Eltern wenig informiert, was da läuft. Sie sollten sich also erst mal von den Jugendlichen zeigen lassen, was alles so in Umlauf ist und dann mit ihnen reden, aber eher nach dem Motto: fragen statt sagen.
Köln-Insight.TV: Was läuft denn da jetzt so bei den Kids – geben Sie uns doch einen ersten Einblick.
Dr. Jutta Kossat: Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Wobei ich auch nicht der Internet-Spezialist bin. Es gibt zum Beispiel die „Blogging Plattform Tumblr“. Sie stammt aus den USA. Hier wird sie nicht so sehr genutzt, nur 3,5 Prozent der User stammen aus Deutschland. Dort ist es möglich, pornographische Bilder oder Videos zu posten ohne Alterskontrolle. Für die meisten Jugendlichen ist es wahrscheinlich kein Problem, aber es kann auch vorkommen, dass gerade Mädchen an Bilder geraten, die sie schockieren und ihnen einfach nicht gut tun – und da heißt es dann, Stellung zu beziehen als Eltern. Erst herauszufinden, warum schaut sie sich das an, ist das cool, in der Peergruppe angesagt und wie geht es ihr damit?
Köln-Insight.TV: Wie ist es jetzt mit den Erwachsenen?
Dr. Jutta Kossat: Für die Pornographie gilt die Regel, die auch sonst für die Sexualität gilt. Je seelenloser die Sexualität gelebt wird, umso höher muss mit der Zeit der sexuelle Reiz werden, um noch den ultimativen Kick auszulösen. Das ist das eine.
Das andere ist, automatisch läuft beim Betrachten von pornographischem Material ein Abgleich zu sich selbst ab. Wie sehe ich aus im Vergleich zu dem Schauspieler? Das könnte zum Problem für das Selbstwertgefühl werden.
Dazu muss man allerdings sagen, inzwischen sind die Darsteller im Porno-Clip nicht unbedingt sehr ästhetisch, also ist dies vielleicht immer weniger ein Problem.
Köln-Insight.TV: Sie erwähnten in unserem Vorgespräch etwas von einer Studie?
Dr. Jutta Kossat: Ja. Auf dem sexualmedizinischen Kongress 2012 in Salzburg wurde eine interessante Studie vorgestellt, die hierzu gut passt. Männern wurden einmal Fotos von Models und einmal Fotos von ganz normalen Frauen vorgelegt. Danach wurde jeweils das Foto der eigenen Partnerin beurteilt. Die Männer, die vorher die Models betrachtet hatten, schätzten die Attraktivität ihrer Frauen anschließend geringer ein als die Männer, die vorher normale Frauen angeschaut hatten. Die Interpretation überlassen wir den Zuhörern.
Köln-Insight.TV: Welche Probleme durch Pornographie kennen Sie aus Ihrer Praxis?
Dr. Jutta Kossat: Aus der Praxis kenne ich zwei Hauptprobleme.
Einmal – die Frauen entdecken, dass ihre Partner Pornos anschauen und finden es eklig und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Richtig problematisch wird es, wenn der Partner die Internet-Pornographie dem realen Sex mit der Partnerin vorzieht. Dann stimmt es definitiv in der Beziehung nicht mehr.
Das andere Hauptproblem ist, dass Männer Sexualtechniken im Videoclip sehen, die sie dann mit ihrer Partnerin nachahmen möchten. Die Partnerin empfindet dies nicht als ein gemeinsames Entdecken der Sexualität, fühlt sich also nicht wahrgenommen, sondern hat nur das Gefühl, etwas nachmachen zu müssen – und das geht natürlich schief.
Köln-Insight.TV: Soll das bedeuten, dass Frauen weniger ausprobieren möchten?
Dr. Jutta Kossat: Nein, es ist nicht so, dass Frauen weniger neugierig sind als Männer, aber Frauen brauchen das Gefühl, es geht um sie und nicht um die Erfüllung oder Bedienung der männlichen Lust.
Um da ist noch etwas genauer zu beleuchten: Für die Männern ist es nicht so, dass sie unbedingt die eine oder andere Sextechnik brauchen, sondern für sie kann es eher eine Art Liebesbeweis sein. So in dem Sinne: Wenn meine Frau das mit mir macht, dann liebt sie mich wirklich.
Köln-Insight.TV: Als Liebesbeweis – okay, so hab ich das auch noch nicht betrachtet – interessant …
Dr. Jutta Kossat: Sie sehen, die Sexualität ist manchmal nicht ganz einfach und oft steckt was ganz anderes dahinter, als man zunächst denkt.
Köln-Insight.TV: Ja, deshalb führen wir ja auch diese Gespräch, um mehr zu erfahren, wie das andere Geschlecht tickt.
Wie schaut es nun mit der sogenannten Pornosucht aus. Wann spricht man davon und kommt sie auch bei Personen vor, die in festen Beziehungen leben?
Dr. Jutta Kossat: Zunächst vielleicht eine kurze Begriffsdefinition. Pornosucht ist der umgangssprachliche Begriff für exzessive Nutzung der Internet-Pornographie verbunden mit einem persönlichen Leidensdruck. Das heißt der Konsument von Pornographie leidet darunter. So lautet die Definition, weil die subjektive Vorstellung, wie viel ist denn zu viel, sehr unterschiedlich ist.
Jetzt zu ihrer Frage. Ja, es gibt die Pornosucht auch in festen Beziehungen. Die Sucht kann Ausdruck einer Beziehungsstörung sein bzw. führt umgekehrt auch zur einer Beziehungsstörung. Wobei Pornosucht v. a. bei 25- bis 30-jährigen Männern auftritt.
Köln-Insight.TV: Wie kann man den von einer Pornosucht betroffenen Männern helfen?
Dr. Jutta Kossat: Sie formulieren es schon richtig. Pornosucht betrifft praktisch nur Männer. Als erstes sollten sie sich professionelle Hilfe suchen, am besten einen Psychotherapeuten mit sexualmedizinischer Zusatzausbildung.
Dann gilt es, als ersten Schritt herauszufinden, was kann er vom Kopf her machen, um die Sucht einzugrenzen.
Zunächst muss die Entscheidung getroffen werden, die Sucht stoppen zu wollen. Die Verantwortung bei sich selbst lassen. Z. B. bei Stress in der Arbeit, sich nicht zu sagen, der Chef war so unfair, dafür belohne ich mich mit zwei Stunden Porno.
Sich seine Ressourcen bewusst machen. Das heißt, was mache ich sonst gerne, und diese Punkte zu stärken. Und sich auf die Beziehung fokussieren.
Köln-Insight.TV: Und wahrscheinlich wie bei anderen Süchten auch, muss eine Karenz erfolgen, also alle pornographischen Bilder müssen gemieden werden?
Dr. Jutta Kossat: Ja, es kann sinnvoll sein, einen Pornofilter in den PC einzubauen und unter Umständen nicht mal mehr ein Magazin wie den Playboy o. Ä. anzuschauen.
Auch medikamentöse Unterstützung kann manchmal notwendig sein, um die Libido erst mal zu dämpfen.
Köln-Insight.TV: Jetzt haben wir die ganze Zeit von den negativen Auswirkungen der Pornographie gesprochen. Gibt es denn auch positive Aspekte?
Dr. Jutta Kossat: Untersuchungen gibt es hierzu keine. Das wäre sicher interessant, da ich in meiner Praxis oft erlebe, dass die Internet-Nutzung für viele Menschen zum sexuellen Alltag gehört, ohne dabei mit der reellen Sexualität zu kollidieren.
Ich denke, mit der Pornographie ist es, wie mit vielen anderen Dingen im Leben auch, es kommt alles auf das Ausmaß und das Niveau an. Wichtig ist, dass ich bei mir bleibe, schaue wie ich ticke und was mir gut tut. Wenn ich ein feines Gespür für mich habe, werde ich mich sicher nicht vom Mainstream beeinflussen lassen, der mir vorgaukelt, wie meine Sexualität auszusehen hat.
Köln-Insight.TV: Ja – das haben wir ja schon öfters gehört. Aber grundsätzlich: Es spricht doch nichts dagegen, wenn wir uns visuell erotisch stimulieren lassen oder? Aber dazu gibt es vielleicht noch die ein oder andere Möglichkeiten, als sich solche Filme einzuverleiben oder?
Dr. Jutta Kossat: Ja, ganz meine Meinung. Man sollte bei all dem Gerede um Pornofilme nicht vergessen, dass es noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten gibt, die sich als erotische Stimulanz anbieten. Dazu gehört beispielsweise auch ein Spaziergang Hand in Hand durch eine Kunstgalerie, die Aktzeichnungen, erotische Gemälde oder Aktfotos präsentiert ...
Köln-Insight.TV: Oder vielleicht sollte man ganz einfach mal wieder seinen Partner im Lieblingsoutfit – was immer das auch sein mag – intensiv und leidenschaftlich betrachten … das könnte auch ganz nützlich dazu sein